Nachhaltigkeit: Diese DAX 40-Unternehmen setzen auf Dachbegrünung und Photovoltaik

Der Softwarehersteller SAP aus Baden-Württemberg hat das größte begrünte Dach aller DAX-Konzerne, wie unsere neueste Untersuchung ergeben hat. Dafür wurden die entsprechenden Werte für die Firmenstandorte in Deutschland bei den Unternehmen erfragt oder direkt aus den offiziellen Angaben der Webseiten oder Nachhaltigkeitsberichte entnommen. Anlass der Untersuchung war die Frage, ob und inwieweit deutsche Großkonzerne lediglich sogenanntes Greenwashing betreiben oder in welchem Rahmen tatsächlich Nachhaltigkeitsmaßnahmen umgesetzt werden.

Alles im grünen Bereich bei süddeutschen Unternehmen

Mit insgesamt 17.334 qm besitzt das Unternehmen die größte begrünte Dachfläche unter den deutschen Spitzenkonzernen. Zu den 13.072 qm der Konzernzentrale in Walldorf kommen noch 4.262 qm am Standort in St. Leon-Rot. Damit ist die Gesamtfläche fast so groß wie 14 olympische Schwimmbecken. Dahinter folgt Daimler Truck mit insgesamt 10.529 qm begrünter Dächer, die sich auf die Standorte Leinfelden-Echterdingen, Stuttgart-Untertürkheim und Esslingen-Brühl verteilen. Der dritte Rang geht nach Bayern: Die Zentrale von BMW in München verfügt gemäß aktuellen Angaben über rund 10.000 qm an begrünten Dachflächen – weitere 2.000 qm sollen folgen. Zusätzlich tummeln sich etwa 160.000 Bienen auf dem Werksdach.

Das untere Ende der Skala

Der Chemiekonzern Brenntag landet mit 1.483 qm auf dem letzten Rang. Nach Unternehmensangabe stellt dies jedoch die maximal nutzbare Fläche der für die Begrünung geeigneten Dächer dar. Zusätzlich sind 419 qm Solarpaneele verbaut. Der Rest wird für Technik oder Laufwege benötigt. Auf dem vorletzten Platz rangiert die Deutsche Bank mit insgesamt 2.000 qm. Allerdings hat diese einen Kräuter- und Gemüsegarten angelegt sowie eine Photovoltaik-Anlage verbaut, die zusätzliche 360 qm umfasst. Außerdem werden 270 qm für semitransparente Solarzellen genutzt. Der Energiekonzern E.ON folgt mit 4.250 qm, die mit Pflanzen versehen wurden.

Vier Konzerne nutzen keine Dachbegrünung

Ganz ohne Dachbegrünung sind die Gebäude von vier Konzernen. Ein Unternehmen verwies auf das bestehende Mietverhältnis und darauf, dass es entsprechend die Zuständigkeit des Vermieters sei, derartige Maßnahmen umzusetzen. Ähnlich verhält es sich auch bei einem weiteren Konzern, wo man allerdings darauf hinweist, dass sämtliche in Eigenverantwortung genutzten Dachflächen für Photovoltaik genutzt werden.

So schneiden die Unternehmen im Vergleich ab:

Weitere Nachhaltigkeitsmaßnahmen bereits im Einsatz

Insgesamt lässt sich in Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit eine Bemühung führender Wirtschaftsunternehmen erkennen. Die auf den jeweiligen Webseiten zur Verfügung gestellten Informationen und Nachhaltigkeitsberichte zeichnen ein deutliches Bild über die bereits umgesetzten Maßnahmen und bieten zugleich einen Ausblick auf zukünftige Planungen. Viele Unternehmen beziehen beispielsweise Strom aus nachhaltigen Quellen oder stellen ihre Dienstwagenflotte auf E-Autos um. Henkel nutzt mit ca. 17.000 qm die größte Photovoltaik-Anlage der Untersuchung. Die Mercedes-Benz Group verzeichnete am Hauptsitz in Stuttgart-Untertürkheim im Jahr 2022 371.148 qm „naturnaher Fläche”.

Viele Unternehmen bleiben die Informationen schuldig

Zwölf Unternehmen ignorierten die Anfragen. Weitere neun teilten mit, dass sie die geforderten Daten aus diversen Gründen nicht zur Verfügung stellen. Zwei Konzerne reagierten nach anfänglichem Kontakt schlussendlich nicht mehr. Zalando verwies an den zuständigen Ansprechpartner aufseiten des Vermieters, der aber eine Antwort schuldig blieb.

Gesamtübersicht:


Verwandte Blogs

DSGVO-Verstöße: So hohe Bußgelder nehmen Top-Unternehmen in Kauf

Viele Unternehmen sammeln eure personenbezogenen Daten wie Name, Adresse oder Kontaktdaten. Damit diese Daten nicht in falsche Hände geraten, sind Unternehmen dazu verpflichtet, technische und organisatorische Maßnahmen zu ergreifen, um den Schutz eurer Daten vor dem unbefugten Zugriff durch Dritte zu gewährleisten. Innerhalb der EU gab es lange viele unterschiedliche Datenschutzgesetze, die 2018 durch die
Mehr lesen